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Was die beste BIM-Software im Jahr 2021 auszeichnet

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Im Jahr 2020 haben wir einen Überblick über die beste BIM-Software veröffentlicht. Jetzt – nur ein Jahr später – wächst der Markt immer noch stetig weiter, die Nachfrage steigt und neue Produkte erobern den Markt. BIM hat die Produktivität von Architektur- und Designprojekten um 30 Prozent, und manchmal sogar mehr, gesteigert. Der globale Marktwert, der im Jahr 2020 noch 4,5 Milliarden US-Dollar betrug, wird bis 2025 ein Volumen von 8,8 Milliarden US-Dollar erreichen. Die rasante Urbanisierung, die massive staatliche Unterstützung für BIM und das durch COVID-19 verursachte, wachsende Interesse für die Möglichkeit des flexiblen, standortunabhängigen Konstruierens, tragen zu diesem beinahe schwindelerregenden Wachstum bei. Doch welche BIM-Software erweist sich bei einer derart beispiellosen Weiterentwicklung und so vielen neuen Akteuren als die beste Wahl für die in Ihrem Team anstehenden Projekte?

Wir haben die Funktionen, die Benutzerfreundlichkeit und das Preis-Leistungs-Verhältnis untersucht und dabei auch die Möglichkeiten der Integration und Analytik berücksichtigt, um einige Antworten auf die Frage nach der besten BIM-Software für 2021 zu finden. Eins vorweg: die eine beste BIM-Software im wörtlichen Sinn gibt es nicht, da die optimale Software-Lösung immer von verschiedenen Faktoren, wie beispielsweise dem Einsatzzweck, der Art zu Arbeiten und der Beschaffenheit des Projektes, abhängig ist. Unter Berücksichtigung all unserer Kriterien und unterschiedlichen Prioritäten haben sich daraus daher die folgenden vier Systeme als „die beste“ BIM-Software für 2021 herauskristallisiert.

1. SketchUp

Es ist noch nicht lange her, dass SketchUp aufgrund seiner Schlichtheit von einigen Experten der Designszene mit Microsoft Word verglichen wurde. Für viele andere ist gerade diese Einfachheit jedoch der größte Vorzug von SketchUp.

SketchUp ist keine klassische BIM-Software – und es wurde auch nicht ausschließlich für die Gebäudeplanung entwickelt. Doch gerade weil es so leicht zu handhaben ist, erregte SketchUp die Aufmerksamkeit vieler Architekten. Die Software ist intuitiv und für den einzelnen Benutzer kostenlos – ein Grund dafür, dass SketchUp zu den beliebtesten 3D-Modellierungs- und Projektvisualisierungstools der Welt gehört. Trotz seines Minimalismus können Benutzer dieses schnörkellosen Tools vom Baumhaus bis hin zum komplexeren, energieeffizienten Wohnungsbauprojekt alles modellieren.

SketchUp ist ideal, wenn man schnelle Ergebnisse haben möchte. Gerade zu Beginn eines Projektes, wo man Ideen entwickelt, Konzepte generiert und verwirft sowie eine Vielzahl von Varianten diskutiert, kann SketchUp sehr hilfreich sein.

2. Revit

Revit ist ein All-in-One-BIM-System für die Planung, den Entwurf und die Konstruktion aller Bauabschnitte und deren spätere Verwaltung. Viele Architekten, die ihre Projekte und Gebäude mit Revit realisieren, beschreiben es als ein Instrument, das „komplex ist, aber über eine außergewöhnlich leistungsfähige Software verfügt.“ Revit ist in hohem Maße interoperabel, sprich seine Funktionen und sein Funktionsumfang können durch Einbindung von Drittanbieterdiensten und Add-Ins von Industriepartnern noch stärker erweitert werden.

Revit ist in Verbindung mit dem Autodesk BIM Ökosystem ideal, um Bauprojekte zu konstruieren, zu managen und im Team zum Ziel zu bringen.

3. Navisworks

Das BIM-Tool Navisworks wird von Bauprofis bevorzugt, die – im wahrsten Sinne des Wortes – ein solides Fundament für ihre Projekte benötigen. Es ist eine robuste Simulations-, Animations- und Datenaggregations-Software, die das Ergebnis eines Projekts bereits in der Vor-Konstruktionsphase berechnen kann. Es scheint daher nicht verwunderlich, dass die wichtigste und am besten bewertete Funktion von Navisworks die Kollisionserkennung ist, gefolgt von der Visualisierung und der dynamischen Aktualisierung.

Dank interaktiver 4D- und 5D-Simulationen ermöglicht Navisworks Bauherren und Planern eine bessere Kontrolle über die Logistik, die Kosten und den Zeitplan ihrer Projekte.

Navisworks ist keine klassische BIM Software zur Gebäudeplanung. Vielmehr unterstützt es den BIM Manager bei der Überprüfung der Ergebnisse und bei der Zusammenführung von Teilmodellen. Gewerkeübergreifende Kollisionsprüfung ist nur durch die Verwendung derartiger Software gut durchführbar.

4. Graphisoft Archicad

Man kann das 1984 in Ungarn gegründete Unternehmen Graphisoft Archicad durchaus als Initiator der BIM-Revolution bezeichnen, denn es brachte die erste BIM-Software für Architekten auf den Markt. Dank innovativer Lösungen wie BIMcloud, der ersten BIM-Kollaborationsumgebung in Echtzeit, EcoDesigner STAR, der ersten vollständig BIM-integrierten grünen Planungslösung, und BIMx, einer mobilen App für die BIM-Visualisierung, ist Archicad immer noch führend in der Branche.

Das Unternehmen bietet eine kostenlose Ausbildungsversion für Studenten, Schüler und Dozenten von Hochschulen sowie von Bildungseinrichtungen aus dem Bereich Architektur an. Darüber hinaus kann eine kostenlose Testversion genutzt werden.

Archicad unterstützt in idealer Art und Weise die Denk- und Arbeitsweise des Architekten. Zudem bietet es sehr leistungsfähige Funktionen um komplexe, dynamische BIM Objekte zu erstellen und unterstützt den kreativen Schaffensprozess mit den Mitteln moderner BIM Technologien.

Wie wählt man die beste BIM-Software für 2021?

Auch im Jahr 2021 oder später lässt sich diese Frage nicht pauschal beantworten: die beste BIM-Software ist nicht die billigste, die teuerste, die einfachste oder die komplizierteste Version. Vielmehr ist es einfach diejenige, die am besten zum Umfang und den Zielsetzungen Ihrer Projekte sowie zu Ihrem Budget und Ihren Erwartungen passt. Es ist ausgesprochen wichtig, dass Sie Ihre individuellen Prozesse und Teams betrachten und darauf basierend die Software wählen, die Ihre Arbeit am besten unterstützt, statt sich für diejenige mit den meisten Funktionen zu entscheiden.

Darüber hinaus sind einige grundlegende Funktionen ein absolutes Muss bei moderner BIM-Software: dazu zählt die offene Verbindung mit anderen Akteuren und Systemen des BIM-Prozesses, die Möglichkeit, IFC-Dateien (2×3 und IFC 4) zu lesen und zu schreiben, und nicht zuletzt die (gesicherte) Verbindung mit der Cloud, um die Zusammenarbeit und den Austausch von Informationen zu ermöglichen. Da der Wettbewerb in der Softwareindustrie zunimmt und jedes Jahr viele neue BIM-Produkte auf den Markt kommen, haben Architekten und Planer zweifelsohne mehr Wahlmöglichkeiten als je zuvor, um die richtige Lösung zu finden.

Dr. Kai Oberste-Ufer

Dr. Kai Oberste-Ufer

Kai ist Bauingenieur mit Schwerpunkt IT und ist Senior Manager für digitale Planung bei dormakaba digital. Mit seiner Arbeit will er die Frage beantworten: "Wie planen, bauen und betreiben wir in Zukunft Gebäude und wie können wir diesen Prozess digital besser unterstützen?